Highway hat geschrieben:Dafür, und nur aus diesem Grund findet jetzt eine wundersame Uhrenvermehrung statt.
Eine wundersame Uhrenvermehrung nützt auch nichts. Denn alle beteiligten Uhren befänden sich in beiden Bezugssystemen und würden sowohl gleichzeitig als auch ungleichzeitig, früher und später vom Licht getroffen, das sich ja auch in beiden Bezugssystemen befindet und nicht aufteilbar wäre zum jeweiligen Bezugssystem, zu welchem es "gehört". Nach Maxwell lässt Licht keine Raumpunkte in seiner Fortpflanzung aus und macht keine Sprünge. Gibt man allen Uhren die Bedingung, sie mögen bei Lichteinfall stehenbleiben, kann keiner der Beobachter irgendeine Messung durchführen. Die Bezugssysteme kann man ja nicht isoliert betrachten, denn sie liegen ja ineinander auf der gleichen Linie am gleichen Lichtstrahl, und die Uhren würden nicht unterscheiden, welchen Lichteinfall sie anzuzeigen hätten, sondern bleiben bei jedem Lichteinfall stehen!
Ernst hat geschrieben:Das bedeutet, daß an einem einzigen Ort x in dem einen IS1 die Zeit t vorliegt und in dem anderen IS2 an demselben Ort eine andere Zeit t' vorhanden ist. An einem einzigen Punkt sind daher je nach dem verwendeten IS zwei unterschiedliche Zeiten vorhanden.
Die unterschiedlichen Zeiten sind nun aber nicht einfach "vorhanden", weil die LT diese Zeiten an den Haaren herbeizieht, sondern sie entstehen zwangsläufig aus den unterschiedlichen, bezugssystemabhängigen Laufzeiten des Lichts, verursacht durch das Postulat! Nicht das Postulat samt LT erzeugen eine andere Wirklichkeit, sondern beide sollen ein Naturphänomen beschreiben und berechnen, das nach Einsteins Meinung tatsächlich vorliegt: dass die Gleichzeitigkeit nicht absolut sei! Stünde die SRT lediglich auf einer bestimmten Gleichzeitigkeits
definition und einer bestimmten Vorschrift zur Uhrensynchronisation, dann wäre sie physikalisch von vornherein wertlos. Die SRT gibt sich aber den Anspruch, die relativistischen Effekte nicht zu konstruieren, sondern Phänomene zu beschreiben, die Realität sein sollen aufgrund einer naturgegebenen Funktion der Raumzeit. Das funktioniert aber leider nicht, wenn man feststellt, dass eine Uhr in beiden Bezugssystemen vom Licht getroffen werden muss und das wegen des Postulats tatsächlich praktisch 2 Mal nach unterschiedlichen Laufzeiten erfolgen müsste, was die Uhr und damit die SRT beträchtlich in Verlegenheit bringt. Weil die Uhr eben nur einmal nach Lichteinfall stehenbleiben wird. Wer ein wenig Vorstellungskraft besitzt, wird den eklatanten Widerspruch erkennen.
Der ganze Unsinn wurzelt schon in der naiven Uhrensynchronisation, in welcher Einstein sein eigenes Postulat missachtet. Nehmen wir an, im Koordinatenursprung zweier IS hat jeder Beobachter eine Uhr und beide Uhren werden auf t=0; t'=0 gestellt und im IS_A synchronisiert Beobachter A alle seine Uhren mittels konstanter Lichtgeschwindigkeit, so sollte lt. SRT diese Synchronisation nur im System A gelingen, im System B hingegen, das sich in Bewegung gesetzt hat, aber fehlschlagen, weil in diesem System B die Uhren von A den Lichtsignalen davon- bzw. entgegenlaufen und die
gleichen Uhren im System B daher früher bzw. später zu laufen beginnen, als sie es im System A tun. Es ist kaum zu fassen, dass dergleichen Unsinn geglaubt wird. Was kümmern den Beobachter B die Uhren von A, die da an ihm vorbeizischen? Soll er doch seine eigenen Uhren ebenfalls mittels der in seinem System konstanten LG synchronisieren! Gilt das Postulat, und hatte jeder Beobachter am Koordinatenursprung seine Referenzuhr auf "0" gestellt, was soll denn dann anderes herauskommen als in beiden Systemen synchron laufende Uhren? Wieso sollte der Beobachter B die Uhren im System A synchronisieren? Ist die LG tatsächlich in jedem IS konstant c, und jeder synchronisiert seine eigenen Uhren mit dieser
in seinem System konstanten Lichtgeschwindigkeit, so laufen - ausgehend von den Referenzuhren mit gleicher Zeiteinstellung im Koordinatenursprung -
alle Uhren in den Systemen synchron! Kein Mensch wird Uhren zu synchronisieren versuchen, die sich durch sein System
bewegen! Wenn schon das Postulat real verwirklicht ist, was hindert jeden Beobachter daran, seine Uhren in seinem eigenen System mit Lichtsignalen zu synchronisieren? Nichts! Das Ergebnis sind Uhren, die in beiden Systemen synchron laufen - und die RdG ist gestorben!
Das ist ja der Jux in Einsteins §2 der Arbeit ZEBK. Er synchronisiert in einem ruhenden System die Uhren, lässt einen Stab mit jeweils einer Uhr an den Enden hindurchfahren und diese Uhren übernehmen jeweils an den Orten, wo sie sich gerade befinden die Zeit des ruhenden Systems. Damit sind aber bereits alle beteiligten Uhren zueinander synchron! In jedem System könnten die eigenen Uhren mit Lichtsignalen überprüft werden und die Synchronizität würde sich bestätigen, wenn in jedem System die LG wirklich und wahrhaftig konstant wäre.Was macht aber Einstein? Er lässt die Uhren am Stab überprüfen und rechnet mit c+/-v! Wieso denn, wenn die LG in jedem System c beträgt? Soll doch jeder Beobachter seine Uhren mit c überprüfen und mit c rechnen, und was käme heraus? Alle Uhren laufen synchron,
wenn das Postulat
funktioniert. Einstein aber vermischt die Bezugsysteme, nimmt das Licht des einen und die Uhren des anderen und oh Wunder, die Uhren sind nicht synchron! Und Einsteins Wunderuhren beginnen sowohl gleichzeitig als auch ungleichzeitig zu laufen. Gilt aber das Postulat tatsächlich, dann wäre die konstante Lichtgeschwindigkeit ein ausgezeichnetes Mittel, Uhren in relativ bewegten IS zueinander synchron zu halten! Auf die Idee, Uhren zu synchronisieren, die sich durch das eigene System
bewegen, sollte man ohnehin nicht kommen. Das sollten die Beobachter tun, in deren System diese Uhren ruhen und alles ist paletti!
Unglaublich, dass derartiger Synchronisationsunsinn schon über 100 jahre lang bedenkenlos angenommen wird! Andererseits ist das sehr kurz. Immerhin haben die falschen Anschauungen von Aristoteles sich 1500 Jahre lang gehalten...
Grüße
Harald Maurer