ich spüre eine gewisse Verstörung bei Dir! Das ist sehr gut, denn das sind geistige Geburtswehen ...
DerDicke hat geschrieben:Die Existenz von Prozessen, die wir anhand eines Zeitskala beschreiben, als Beweis für die Existenz eines absoluten Prozesses "Zeit" heranziehen? Das ist in der Tat der Gipfel der Naivität. Das hat nichts mehr mit SRT zu tun, da ist nicht mal Kant KdrV 1781 verstanden.
Du willst Alterung also anhand einer "Zeitskala" beschreiben? Mein Guter, hier zieht ein Erkenntnissprung für Dich herauf - wunderbar!
Alterung zeigt sich in der Wirklichkeit anhand von Wirkungen, wenn ich zu unterschiedlichen Zeiten beobachte, also empirisch als Veränderungen. Wodurch aber kann ich überhaupt sagen, dass sich etwas "verändert", wenn ich den Begriff "Zeit" als bedeutungslos bezeichne?
Die Zeit ist offenbar eine wesentliche Ordnungs-QUALITÄT, d.h. eine a priorische Bedingungen des Menschseins und unserer Fähigkeit zum Urteil. Eine begleitende a posteriori Definition ist sie jedenfalls nicht, denn: Ohne eine a priorische Idee der Zeit können wir nicht von "Prozessen" o.ä. sprechen. Wir könnten "Prozesse" noch nicht einmal sinn- bzw. planvoll vermessen. Dazu hat u.a. der erwähnte Kant sehr hübsche Sachen geschrieben. Ich empfehle Dir aber erstmal eine wache Beschäftigung mit dem Thema http://de.wikipedia.org/wiki/Synthetisches_Urteil_a_priori
Metaphysik-Phobiker können dabei viel über ihre persönlichen blinden Flecken lernen, d.h. wohl vor allem über sich selbst
Dass Physiker damit häufig Probleme haben, hat zum Beispiel der Artikel http://www.niu.edu/~hbrown/myths.pdf ("Do Physicists need myths?" (Am.J.Phys 74(5), 2006)) auf recht aufschlussreiche Weise behandelt.
Insofern, lieber DerDicke, möchte ich Deinem Zitat gerne eine winzige wahrheitsdienliche Ergänzung beifügen:
DerDicke Garniert von realitätsphysik hat geschrieben: Das hat nichts mehr mit SRT zu tun, denn daRIN ist nicht mal Kant KdrV 1781 verstanden.
Und nun raus aus der Höhle der Konvention und hin zum Licht der Wahrheitslust!
Grüße
rp.
