Spacerat hat geschrieben:
BTW.: @fallili: Eine angezogene Schraube hat sehrwohl einen Drehmoment. Die Kraft die beim zusammenhalten der verschraubten Teile wirkt mal Schaftdurchmesser. Dieser ist bei der Wahl der Verschraubung (Mindestzugfestigkeit/Streckgrenze) peinlichst genau zu beachten. Weisst ja: "Nach fest kommt ab."
Die Schraube besteht aus einem Material mit bestimmten Eigenschaften und sie hat einen bestimmten Durchmesser und daher auch Stabilitätsgrenzen.
Und sollte das Drehmoment das über den Schraubenschlüssel angelegt wird einen bestimmten Wert überschreiten - dann wird eben der Kopf abreißen, weil wie Du richtig sagst Streckgrenzen überschritten werden.
Aber das heißt nicht, das die Schraube "ein Drehmoment hat".
Vor allem nicht, wenn man "Drehmoment" mit "Energie" gleichsetzt, wie es hier von Einigen gemacht wird.
Wahrscheinlich kann man alles was mit unterschiedlichen Energiezuständen zu tun hat, auch "mit Energie" und "ohne Energie" kaufen.
Batterien gibt's voll und leer, bei mechanischen Uhren kann die Feder aufgezogen sein oder nicht, ein Liter heißes Wasser ist etwas anderes als 1 Liter kaltes Wasser - ja selbst ein Gewicht könnte man mit unterschiedlicher latenter Energie kaufen - eines das in 20 cm Höhe gelagert wird und eines das 1 m hoch gelagert wird. Den Energieunterschied zwischen den beiden merkst Du sofort, wenn Du sie Dir auf die Zehen fallen lässt.
Wenn also Drehmoment = Energie wirklich gelten sollte, dann müsste es auch Schrauben mit dieser "Drehmomentsenergie" und ohne diese "Drehmomentsenergie" geben.
Und als letztes Beispiel:
Nimm eine festsitzende Schraube - einen waagrecht angebrachten Schraubenschlüssel und auf gleicher Höhe einen Tisch mit Gewichten.
Dann verschieb die Gewichte vom Tisch auf den Schraubenschlüssel (das geht theoretisch reibungsfrei ohne Energieaufwand)
Das Drehmoment erhöht sich und nach Eurer Definition damit auch die Energie. Wo kommt nun diese Energie her? An der potentiellen Energie der waagrecht verschobenen Gewichte ändert sich nichts. Wird damit endlich doch das Perpetuum Mobile erfunden?
Man kann in der Physik bei vielem irren, und man darf auch viele Fehler machen und fehlerhafte Anschauungen haben- aber wer etwas annimmt, wodurch das Energieerhaltungsgesetz ausgehebelt wird - der wird zu Recht nicht mehr ernst genommen.
Fangt also nochmals mit Physik ganz von vorne an.
Für den Anfang reicht Wiki mal schon aus
http://de.wikipedia.org/wiki/DrehmomentZitat:
Maßeinheit
Die Maßeinheit des Drehmoments im SI ist das Newtonmeter (N m). Mit den Basiseinheiten Kilogramm, Meter und Sekunde gilt:
1 N m = 1 kg m^2 / s^2
Die Einheit der mechanischen Arbeit ist ebenfalls das Newtonmeter. Dennoch sind Drehmoment und Arbeit unterschiedliche physikalische Größen, die sich nicht ineinander umrechnen lassen, weshalb man die Einheit der Arbeit als Joule bezeichnen darf (1 J = 1 Nm ) diejenige des Drehmoments aber nicht. Arbeit wird geleistet, wenn bei einer Bewegung entlang einer Strecke eine Kraft(komponente) parallel zur Bewegung wirkt. Beim Drehmoment wirkt dagegen die Kraft senkrecht zu der durch den Hebelarm gebildeten Strecke. Die Arbeit ist eine skalare Größe. Das Drehmoment ist dagegen ein Pseudovektor.
Dem Satz „Arbeit = Kraft mal Weg“ entspricht hier „Arbeit = Drehmoment mal Winkel“. Um diesen Zusammenhang darzustellen, kann für das Drehmoment als Energie pro Winkel auch die Einheit
1 J / rad
verwendet werden,[5] wobei die Richtung des Vektors dann in Richtung der Drehachse zeigt. Dabei ist rad die Maßeinheit Radiant für ebene Winkel.