Harald Maurer hat geschrieben:
Denken wir uns eine sehr große Lichtuhr, in welcher der obere Spiegel eine Lichtsekunde entfernt vom unteren ist. Ein Photon braucht demnach bis zum oberen Spiegel 1 s. Die Uhr bewegt sich z.B. mit 0,5 c. Wie sieht es ein relativ ruhender Außenbeobachter:
In dieser 1 s ist der mit 0,5 c bewegte Spiegel 149896,229 km weiter gelaufen. Für das Photon hat sich die Laufstrecke diagonal verlängert auf 335178,157614 km. Es hat in dieser 1 s 299792,458 km (mit c!) zurückgelegt und demnach noch 35385,69961 km bis zum Spiegel, welcher sich aber noch weiter bewegt, während das Licht diese 35385,69961 km zurücklegt und daher den Spiegel nicht mehr treffen kann! Die Lichtuhr bleibt aus Sicht des Außenbeobachters also je nach Größe der Uhr und ihrer Geschwindigkeit entweder sofort oder nach kurzer Zeit stehen!
Das ist ein klassischer Denkfehler, wie ihn zb viele Studenten in den erste Semestern machen, wenn sie die SRT lernen, aber die Konzepte noch nicht verstanden haben. Hier wird fälschlicherweise die Annahme gemacht, dass das Photon der bewegten Lichtuhr den unteren Spiegel bereits nach einer Sekunde (im Ruhesystem gemessen) erreicht haben müsste, aber genau das ist ja mit der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit nicht vereinbar und genau deswegen folgt aus dem Gedankenexperiment zur Lichtuhr ja auch bei korrekter Analyse die Zeitdilatation.
PS: Ob so mancher es hier wahrhaben will oder nicht, die SRT ist in sich wohldefiniert und nicht widersprüchlich. Die Annahme die man hineinstecken muss sind lediglich:
1: Existenz bzw Gleichberechtigung von Inertialsystemen (ist im übrigen nicht neu und schon bei Newton und Galileo so)
2: Konstanz der (Vakuum)lichtgeschwindigkeit in diesen IS (das ist die einzige Neuerung)
Akzeptiert man diese beiden Punkte, dann akzeptiert man automatisch auch die SRT, da diese nur aus diesen beiden Annahme abgleitet werden kann. Akzeptiert man diese beide Punkte nicht, dann kann man sich fröhlich weiter mit Crank- und Voodoo-Physik befassen.