Hannes hat geschrieben:Hallo Jocelyne !Wie im Artikel erwähnt, hat die Recherche des Projekts seit der Version von 2004 nach weiteren kritischen Veröffentlichungen mehr als 5000 Nachweise erbracht.
Daran sieht man, was ein einzelner Fehler verursachen kann:
Der Chefredakteur des Magazins „Abenteuer Philosophie“, Hannes Weinelt, schreibt in seinem Editorial zur Einleitung der Ausgabe März 2011:
Zitat Hannes Weinelt:
Die Vorbereitung dieser Ausgabe „Fehler machen – aber richtig!“ wurde über Wochen von der Plagiatsaffäre Karl-Theodor zu Guttenbergs begleitet und mehr als einmal fragte ich mich, worin hier eigentlich der Fehler bestünde, der schließlich auch zu seinem Rücktritt führte? Zweifelsohne ist es ein Fehler, eine Doktorarbeit mit abgeschriebenen Seiten zu füllen. Zweifelsohne ist es ein Fehler, Vorwürfe und Kritiken vorschnell als abstrus abzutun und sich ihnen nicht zu stellen.
[…]
Somit leben wir in einem eigenartigen, abgrundtiefen Zwiespalt: einerseits suchen und wollen wir das Perfekte, gleichzeitig misstrauen wir allem Perfekten und lassen nicht locker, bis wir nicht den Fehler gefunden haben.
[…]
Eine reife Fehlerkultur hat sich noch nicht etabliert. Das wir gerade aus Fehlern am meisten lernen hat den Status eines netten Sprichwortes nicht verlassen. Die Realität ist eine andere. Wie die Kinder wollen und sehen wir unserer Eltern – später unsere Lehrer, Vorgesetzen, Politiker – perfekt. Wie die Kinder schmollen wir und wenden uns ab, wenn sie in unseren Augen einmal nicht perfekt sind. Und wie die Kinder versuchen wir all unsere Fehler zu vertuschen, den Schein immer aufrecht zu erhalten, denn unperfekt sind wir in den Augen den anderen und unseren eigenen ja nichts wert.
Dies könnte sich auch auf die Umstände beziehen, die die theoretische Physik seit mehr als einem Jahrhundert in eine Sackgasse geführt haben.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
